Stettiner Haff

Ihr wart auf großer Fahrt? Ein guter Bericht wird gerne gelesen.
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THM
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Stettiner Haff

Beitrag von THM » Di 15. Jul 2025, 00:06

Auch dieses Jahr gibt es wieder den Törn im Seegebiet nahe Rügen. Ob es eine Umrundung wird, ist noch offen. Los ging es am 8. Juli wieder in Barth, meinem Sommerliegeplatz. Tanja und Jürgen sind mit ihrer Neptun 22 angereist und nach dem Kranen und Mast stellen konnte es los gehen. Da das Ziel (Stettiner Haff) möglichst schnell erreicht werden sollte, ging es gleich am ersten Tag gleich bis Gustow im Strelasund.

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Bei kräftigem Raumwind durch die Grabow

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Liegeplatz in Gustow

Die Nutzung der Seetoilette inmitten von treibendem Seegras sollte tunlichst unterbleiben :Nein: . Durch Ansaugen von Seegras waren die Rückschlagventile komplett verstopft. Da merkt man erst, wie wichtig die Seetoilette an Bord ist :tone: .
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Instandsetzung der Pumpe von der Seetoilette

Am nächsten Tag konnten wir ebenfalls mit reichlich Raumwind bis Peenemünde segeln, der Wind drehte etwas zu früh auf NO, so dass kurz vor dem Freesendorfer Haken noch ein Holeschlag notwendig war.

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Neue Fingerstege in Peenemünde

Der darauf folgende Tag führte uns zunächst zur Wolgaster Brücke, zur Öffnung um 12:45 Uhr waren wir zu früh, da der Raumwind auf der Peene zu viel Speed erzeugt hatte. Deshalb war erst einmal etwas Warten am Dalben angesagt.

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Im Päckchen am Dalben

Im Achterwasser angekommen war der nächste Liegeplatz in Krummin, die Marina ist nicht ganz günstig, hat dafür aber top Sanitäranlagen und ein nettes Hafenrestaurant. Am 11. Juli ging es dann zunächst mit dem Ziel Rankwitz weiter, da für den Nachmittag Regen angekündigt war. Der kräftige NW schob aber so gut, dass Rankwitz schon früh erreicht war und der Wind locker reichte, um noch die Brückenöffnung in Zecherin um 12:45 Uhr zu schaffen. Also ging es an Rankwitz vorbei, durch die Zecheriner Brücke bis nach Karnin. Der Preis für die Zieländerung war das Anlegen im strömenden Regen. Da Karnin viel Natur und wenig Versorgung bietet, sind wir am nächsten Tag das kurze Stück bis zum Stadthafen Usedom getuckert. Mangels Wind die erste Motor-Etappe. Da keine Wetterbesserung in Sicht war, sind wir zwei Tage in Usedom geblieben. Heute versprach es, halbwegs trocken zu bleiben aber mangels Wind ging es wieder per Motor bis nach Altwarp, dem östlichsten deutschen Ostseehafen.

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Liegeplatz in Altwarp

Morgen geht es dann weiter nach Polen.
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Re: Stettiner Haff

Beitrag von Bingum12 » Di 15. Jul 2025, 16:43

Moin Thomas,

dann wirst Du in Usedom (Stadt Usedom) unsere Suse gesehen haben.

Wegen dem Wetter haben wir zwei Wochen Pause gemacht und sind zurück gefahren (Auto).

Am Donnerstag werden wir wieder starten (Rankwitz, Freest, Lauterbach).

In Lauterbach werden wir bestimmt eine Woche bleiben.

Vielleicht treffen wir uns wieder?

Meine Telefonnummer müsstest Du gespeichert haben.

Stefan
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Re: Stettiner Haff

Beitrag von THM » Mi 16. Jul 2025, 17:50

Hallo Stefan,

ich kann mich nicht erinnern, eine Neptun im Hafen gesehen zu haben - aber das bedeutet nichts. Beim Regen hatten wir uns in die Boote verdrückt oder waren in der Stadt unterwegs.

Von Altwarp konnten wir den ersten Teil nach Trzbiez (Ziegenort) segeln. Wir mussten einen Bogen um etliche Stellnetze schlagen. Dann schlief der NW leider ein und bei 1,4 kn mit Raumwind vermisst man den Segelspaß. Außerdem waren für 17 Uhr Gewitter angekündigt. Deshalb ging es dann mit Maschine weiter, um trocken gegen 16 Uhr anzukommen. Blöd war nur, dass ich keine Mobilfunkverbindung hatte und das Regenradar nicht aktualisiert wurde. Das Gewitter hatte sich beeilt und es ging schon um 14 Uhr los mit Regenböen aus S. Da war er, der Wind, leider aus der falschen Richtung. Also Hebel auf den Tisch und rein nach Trzbiez. Am Abend zog noch ein weiteres Regengebiet durch aber da saßen wir trocken im Restaurant neben dem Hafen und genossen unsere Piroggen.

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Liegeplatz in Trzbiez heute Morgen bei Sonnenschein

Heute ist das Wetter besser und wir haben nur einen kurzen Schlag auf die andere Oderseite gemacht.

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Auf dem Weg nach Stepnica, im Bild die Jan und rechts noch der Hafen von Trzbiez

Wir konnten nach Stepnica bei ca. 7 - 10 kn NW segeln und liegen nördlich vom Ort beim Yachtclub in einem langen Kanal. Es ist sehr ruhig und idyllisch hier.

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Liegeplatz im Kanal

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Blick vom Boot in den Kanal

Morgen geht es vermutlich nach Wollin und ggf. über einen Zwischenstopp dann nach Swinemünde. Am Sonntag ist Ostwind angekündigt, den wollen wir nutzen um über die Ostsee von Swinemünde nach Freest zu segeln. Vielleicht laufen wir uns danach ja irgendwo über den Weg. Falls der Wind mitmacht wollen wir außen um Rügen rum wieder zurück bis nach Barth, ansonsten durch den Strelasund.

Gruß
Thomas
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Re: Stettiner Haff

Beitrag von THM » Mo 21. Jul 2025, 17:38

Wie geplant ging es am 17.07. weiter nach Wolin. Direkt vor der Hafenausfahrt von Stepnica (nachdem ich alle Segel gesetzt hatte) kam der große Regen, der eigentlich erst in drei Stunden angekündigt war. Erfreulich und schon fast zu viel des Guten war der begleitende W-Wind, so dass ich gerade hart am Wind in der Oder am Tonnenstich laufen konnte. Die Sicht war mäßig und dank der Böen gab es auch einige Sonnenschüsse (von Sonne allerdings keine Spur :? ). Der Regen hielt sich bis zur Ansteuertonne vor Wolin, deshalb gibt es auch nur ein Foto bei gutem Wetter am Liegeplatz.

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Liegeplätze in Wolin

Am folgenden Tag wollten wir eigentlich nach Wapnica und von dort durch einen Swine-Seitenarm nach Swinemünde, glücklicherweise ist Jürgen aufgefallen, dass da ein Brücke im Weg ist, die nur 4,5 m Duchfahrtshöhe hat. Das klappt mit unseren Neptuns nicht ganz und auf Mastlegen hatten wir keine Lust. Also haben wir direkt Kurs auf das Südende des Kaiserkanals gesetzt. Ab Wolin wurden Segel gesetzt. Zunächst war es Schleichfahrt mit 2 - 3 kn Raumwind, aber nach Passieren der Ansteuertonne im freien Fahrwasser bei halbem Wind ging es mit 4 - 4,5 kn zügig voran.

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Baggerarbeiten in der Fahrrinne nach Wolin

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Kaiserkanal

Der Yachthafen in Swinemünde war wie üblich ziemlich voll, aber wir fanden noch zwei Liegeplätze an einem maroden Steg in halbwegs akzeptabler Entfernung zu den Sanitäranlagen.

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Liegeplatz in Swinemünde

Da wir außen herum über die Ostsee zurück wollen, benötigen wir Wind aus östlichen Richtungen und da der erst übermorgen weht, gibt es einen Hafentag mit Strandbesuch und Baden in der Ostsee.

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Ostseestrand bei Swinemünde

Am Sonntag hieß es dann früh aufstehen (4 Uhr) und um 6 Uhr Leinen los. Da der NO anfangs noch schwach war und 31 NM vor uns lagen, wurden die ersten 5 NM mit dem Motor zurück gelegt. Danach wurde mit der Fock getestet und nachdem sich die Fahrt um 0,5 kn erhöhte, kam das Groß raus und der Motor hatte Pause. Weiter ging es unter Segeln mit 3 - 4 kn und wir erreichten den Yachtclub Peenemünde nach 9 h.

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Die Jan vor der Usedomer Küste

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Abendstimmung an der Peenemündung

Heute war Schluss mit dem schönen Wetter und bei beginnendem Regen ging es weiter Richtung Wieck (Greifswald). Kurz vor dem Ziel hatte ich Begleitung durch einen Seehund, der war leider sehr fotoscheu.
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Da wir auf dem Rückweg sind, werde wir uns in den kommenden Tagen über den Strelasund bis Barth zurückarbeiten. Leider sind die Wetteraussichten nicht schön.
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Re: Stettiner Haff

Beitrag von THM » Fr 25. Jul 2025, 20:25

Da die Wetterapps Starkregen und Böen vorhersagten (allerdings auch für morgen) gab es drei Varianten: (1) heute segeln, (2) morgen segeln, (3) an beiden Tagen kurze Strecken segeln. Ziel sollte der Strelasund sein, möglichst nahe an der Ziegelgrabenbrücke. Die Wahl fiel auf (2), das hieß also einen Hafentag in Wieck bzw. in Greifswald zu verbringen. Ab ca. 14 Uhr hörte der Regen auf und wir fuhren mit dem Bus nach Greifswald und besichtigten Stadt, Universität und Museumshafen. Ein Blick in die Marina bei der Hansewerft lag auch noch auf dem Weg. Danach ging es mit dem Bus (mit Einkaufszwischenstopp im Ostsee-Einkaufs-Center) und anschließendem Abendessen im Fährhaus bei der Holzbrücke.

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Museumshafen Greifswald

Ursprünglich sagte die Windprognose schwachen Wind in den Morgenstunden voraus, der bis Mittag in Böen auf bis zu 27 kn zulegen soll. Deshalb war der ursprüngliche Plan, um 6 Uhr auszulaufen, um vor Einsetzen der Böen am Ziel zu sein. Bereits gestern Abend waren die Prognosen umgekehrt: Böen in den Morgenstunden und abnehmenden, umlaufenden Wind am frühen Nachmittag. Also wurden erst um 9 die Leinen losgeworfen. Nur mit der Fock und Raumwind aus SSW ging es zügig durch den Greifswalder Bodden bis in den Strelasund und dort dann mit halbem Wind weiter bis kurz vor die Ziegelgrabenbrücke.

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Die Jan im Strelasund bei Nieselregen

Der Wind hielt sich glücklicherweise nicht an die Vorhersage, die Richtung blieb bei SSW, er wurde schwächer aber es reichte zum Segeln. Mein Stegnachbar in Yachthafen Peenemünde hatte mir von einem kleinen Anglerhafen bei der Stralsunder Werft erzählt. Der Hafen ist zwar mit 1,4 m relativ flach, aber das sollte für unsere Boote reichen. Deshalb habe ich den „Angel- und Sportverein Franzenshöhe e.V.“ vorsichtig angelaufen. Neben der Hafeneinfahrt ragte eine Stange aus dem Wasser, die vermutlich eine Untiefe kennzeichnen soll. Die Seekarte im Plotter löst die Tiefe dort leider nicht genauer auf und mein Tiefenmesser ist ja defekt. Soll ich nun rechts oder links um die Stange fahren, die leider nicht farblich gekennzeichnet ist? Ich entscheide mich für links sitze prompt fest. Obwohl ich langsam gefahren bin, schafft es der Motor im Rückwärtsgang nicht, das Boot zu befreien. Erst nachdem ich das Schwert hoch gezogen hatte, kam ich langsam von der Untiefe herunter. Beim zweiten Versuch (rechts vorbei) kann ich erfolgreich in den Hafen einlaufen. Auf dem Gelände treffe ich zwei Vereinsmitglieder beim Fisch räuchern, der Räucherofen muss bei Bier und Schnaps überwacht werden :tone: . Einer (Buxie) ruft den Hafenmeister an und der entscheidet, dass wir bleiben können. Zwischenzeitlich waren Tanja und Jürgen mit der Jan auch eingelaufen und machten längsseits bei mir fest, so das wir im Päckchen lagen. Für beide Boote zusammen zahlen wir 15 € Hafengebühr inkl. Strom und anschließend geht es in die Brauereigaststätte der Störtebeker Brauerei, die in der Nähe ist.

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Brauereigaststätte Störtebeker

Gestern gab die Ziegelgrabenbrücke mit der Öffnung um 8:20 Uhr den Takt vor. 6 Uhr aufstehen, frühstücken, duschen, und um 8 Uhr ablegen. Da es nur eine Dusche gab, hatten wir gestern Abend schon die Reihenfolge und Zeitplanung festgelegt.

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Ziegelgrabenbrücke öffnet pünktlich

Angekündigt war schwacher W-Wind mit 6 – 8 kn, deshalb hatte Jürgen seinen Blister vorbereitet. Nördlich der Ziegelgrabenbrücke im Strelasund hatten wir dann aber N-Wind, der langsames kreuzen (1 – 2 kn Fahrt) ermöglichte. In Höhe Parow reichte es mir dann und die Segel kamen runter und die Maschine musste wieder ran. Ab Fahrwasserbeginn (Vierendehlrinne) drehte der Wind dann auf NW und kam wieder genau von vorne. Bis Barhöft hatten wir dann den angekündigten W-Wind und durften durch das Fahrwasser bis Barth wieder gegenan motoren. Mittlerweile hatten wir 4 Bft direkt von vorn, was in der Grabow an den Schaumkronen zu sehen war und an der FüG. Um 16 Uhr machten wir dann in Barth fest. Damit ist der diesjährige gemeinsame Ostsee-Törn beendet.
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Re: Stettiner Haff

Beitrag von Pippifein » So 27. Jul 2025, 18:38

Ahoi Thomas,
vielen Dank für deinen Bericht. Sehr interessant geschrieben - da bekommt man richtig Gusto.

Aber mit meiner N22? Ich weiß nicht, ob die (bzgl. Stauraum) nicht zu klein dafür ist.
Wo gebt ihr euer nasses Ölzeug hin? Und alle anderen notwendigen Utensilien?
Grüße aus Wien
Alexander

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Re: Stettiner Haff

Beitrag von THM » So 27. Jul 2025, 22:24

Pippifein hat geschrieben: So 27. Jul 2025, 18:38 Aber mit meiner N22? Ich weiß nicht, ob die (bzgl. Stauraum) nicht zu klein dafür ist.
Wo gebt ihr euer nasses Ölzeug hin? Und alle anderen notwendigen Utensilien?
Hallo Alexander,

die Frage kann Dir @landi beantworten, zu zweit mit Hund auf der 22er geht wenn man gut organisiert ist.

Mittlerweile habe ich mein Blog aufgefrischt und die Langversion des Reiseberichts steht hier zur Verfügung:
https://whotb.blogspot.com/search/label ... dom%202025

Wer lieber in der zeitlichen Reihenfolge liest, kann hier einsteigen
https://whotb.blogspot.com/2025/07/anku ... urgen.html
und sich dann nach vorn durcharbeiten.

Bild
Track Gesamtstrecke

Wir haben 260 NM im verregneten Juli zurückgelegt und im Vergleich zu den Törns in den Vorjahren war der Segelanteil im Verhältnis zum Motoranteil sehr hoch. Mein Dieselverbrauch für den Törn beträgt rund 30 l.

Gruß
Thomas
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Re: Stettiner Haff

Beitrag von Bingum12 » Sa 2. Aug 2025, 11:36

Neptun 22; Miglitsch
hier: Stauraum


Moin Alexander,

wir haben auch „nur“ eine Neptun 22 Miglitsch.

Wir sind im Sommer ca. 3 - 4 Monate im Bereich: Polen, Usedom, Peenestrom, Rügen und Bodden unterwegs.

Das wichtigste ist Ordnung!

Wir haben bestimmt 30 Emsa-Dosen in verschiedenen Größen und Farben verstaut und nummeriert.

Am Anfang ist es etwas schwierig, den Überblick zu bekommen.

Aber, nach ein paar Tagen funktioniert es ganz gut.

Feuchte Jacken können natürlich nicht im Boot verstaut und getrocknet werden.

Mit diesem Ordnungssystem kann man dann auch mit einer Miglitsch den Urlaub genießen.

Aber, wir gehen jeden Tag irgendwo essen.

Insofern benötigen wir kaum Stauraum für Kocher, Töpfe usw..

Wir haben uns eine Kuchenbude gebastelt, wo wir nachts unsere Campingtoilette hinstellen.

Dadurch sparen wir auch schon wieder Platz im Boot.

Natürlich eine Neptun 22 Backdecker, 23, 25 oder 27 wäre besser.

Das Vorschiff bei der Miglitsch ist doch sehr niedrig.

Stefan
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Re: Stettiner Haff

Beitrag von Pippifein » So 14. Sep 2025, 00:19

Ich hab die Berichte meiner Frau vorgelesen. Sie hat nur gemeint: "da kannst alleine fahren".
Vielleicht gar keine schlechte Idee.
Grüße aus Wien
Alexander

Neptun 22 Miglitsch, Längskojen, Liegeplatz Neusiedlersee
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Re: Stettiner Haff

Beitrag von jan himp » So 14. Sep 2025, 10:39

Wir waren 2009 mit einer Charter-HANSE da.
Aus den neueren Berichten ist zu entnehmen, daß die Infrastruktur sich erfreulich entwickelt hat, wie es die Hafenverwalter angekündigt haben. Wurde eigentlich ein Testbericht.

Die Fotos werden leider nicht mitkopiert.


Stettiner Haff, eine Erfahrung

Es war geplant, mit einer bei Haff-Charter in Ückermünde gecharterten HANSE 32 das Stettiner Haff zu erkunden und noch eine Fahrt bis Bornholm zu machen.

Zwangsläufig mußten wir bei vielen Kreuzschlägen die mit gelben Tonnen markierte polnische Grenze queren, was unseren Altvorderen noch regelmäßig mehrere Monate Knast eingebracht hätte.


Grenzgewässer. Links DL rechts PL

Unsere ständigen Grenzverletzungen fielen auch noch in die Zeit des unseligen 1. September, dem Jahrestages des deutschen Einmarsches, worauf uns ein polnischer Hafenmeister aufmerksam machte.
Die AGFS-Flagge neben der polnischen wirkte auf jeden Fall extrem versöhnend.
Grenzverletzung im Auftrag der AGFS

Das Stettiner Haff stellt nicht nur wegen seiner Untiefen höhere Ansprüche an die Navigation, sondern erfordert auch einen Besuch beim Optiker vor Antritt der Fahrt, weil sich außerhalb der Fahrwege viele Stellnetze befinden, deren Anfang und Enden aber gut bezeichnet sind.
(Wurde uns gesagt, haben wir geglaubt).
Die gute Wendigkeit der HANSE kompensierte gelegentlich Sehfehler. Dabei ist die Wendigkeit bei dem Schiff eigentlich ein Nachteil.

Ein Befahren am Tag nur mit der Papierkarte ist nicht empfehlenswert.
So geriet dann auch das Unternehmen noch zu einem Vergleichstest zwischen dem installierten Plotter mit C-Map und unserem 12“-Laptop mit eingescannten Karten von 1992.

Ergebnis:
Die alten Karten auf dem Laptop zeigten bis auf 2 Tonnen keine Unterschiede zur aktuellen Papierkarte.
Der C-Map-Plotter zeigte dagegen unerklärliche Unterschiede, die ein präzises Ausmanövrieren von Untiefen riskant machten. Mit dem Laptop hatte man einfach ein „besseres Gefühl“.

Das Gerücht, man könne als Fremder im Haff nur in den Fahrrinnen segeln, trifft nicht zu,
Ein unfreiwilliger gemäßigter „Landtransport“ ereignete sich ausgerechnet mit unseren 1,4 m Tiefgang in einem betonnten Kanal nach Wollin, der mit 1,7 m ausgezeichnet war.


Promenadenkai Wollin

5-6 Bft waren die Regel. Eine Welle, wie im Ijsselmeer bildete sich jedoch zu keiner Zeit.
Trotzdem zeigte sich die Hanse ziemlich nervös und wenig kursstabil. Judel-Frolijk haben den Lateralplan wohl zu sportlich ausgelegt. Wegen der erforderlichen ständigen Korrekturen hätten wir dann lieber ein etwas kleineres Rad oder eine Pinne gehabt.
Die Segeleigenschaften sind insgesamt exzellent, in einer Symbiose aus Sportlichkeit und Sicherheit.

Am Beginn des Peenestromes wird es eng, aber es kann gesegelt werden. Es geht vorbei an dem Fragment der Hubbücke von Karnin. Deren interessante Geschichte und die Hintergründe sind bei WIKIPEDIA ausführlich beschrieben.

Weiter nach Norden geht es ins Achterwasser, welches in unzähligen Kreuzschlägen erkundet wurde, wobei dann die elektronische Navigation auf die Spitze, oder eher auf den Meter getrieben wurde. Das Logging läßt auf eine volltrunkene Mannschaft schließen. Die Ursache heißt jedoch: „Fischstäbchenslalom für Fortgeschrittene“.


Mündung Achterwasser zum Peenestrom

Das Achterwasser ist landschaftlich schöner als das Haff. Es erinnert stark an Masuren.
Die gemütlichen Häfen dort waren aber für uns wegen des Tiefganges nicht zugänglich.
Auf der Insel Görmitz hat die DDR früher beachtliche Mengen hochwertigen Öles gefördert. Das wurde natürlich exportiert.

Zu einer Übernachtung bot sich dann im Peenestrom das Dorf Lassan an, dessen Hafeneinfahrt etwas kribbelig ist und die Kautionswarnleuchte auf Dauerblinken schaltet.

Lassan, Yachthafen

Das Dorf ist noch richtig „zonig“, aber die kleinste der beiden Gaststätten begeisterte uns so sehr, dass auch die anspruchsvollen Mitfahrer auf dem Rückweg noch einmal dort einkehren wollten.
Das in einer umgebauten Hinterhofschreinerei installierte Restaurant „Renates Hofschänke“ bot Zanderfilet und Heringsfilet mit wirklich leckeren und karzinogenen Bratkartoffeln. Das war einfach preisverdächtig. Die Preise für gleichartige Gerichte lagen übrigens in Deutschland und Polen nie über € 9,- bis 11,- inkl. einem Getränk.
Es ist zu erwähnen, dass Frau Renate für uns abends die Küche hochfuhr. Andere Gäste tranken nur Bier.
Wir lernten, dass der Fisch immer frisch ist, wenn die Zubereitung mindestens 30 min dauert.

Es ging weiter Richtung Peenemünde, als uns Thomas mitteilte, an der gesamten Küste seien Bft 6-8 zu erwarten. Da die AGFS normalerweise solche Versprechen einhält, verzichteten wir weise auf den letzten Rest der Reise und erklärten Peenemünde zum Endpunkt, denn wir hatten das Boot nur für eine Woche gechartert.
Peenemünde ist immer noch ein ziemlich trauriger Ort, aber das Museum wurde seit dem letzten Besuch vor 10 Jahren beträchtlich erweitert. Wer techn. an Luftfahrt interessiert ist, sollte sich mit Literatur darauf vorbereiten, Zeit nehmen und unbeweibt hingehen.
Es ist erstaunlich, wie fortgeschritten früher Navionik und Triebwerkstechnik waren, wenn es galt, die Briten zu erschrecken.
Im Gegensatz zum nederl. Luftfahrtmuseum in Deelen gibt es immer noch keine komplette V1, nur V2 Brennkammern. Skandalös!


Freigelände Peenemünde mit V 2 und Triebzug für höhere Nazis und Entwicklungsingenieure

Der Yachthafen von Peenemünde hat neue Gebäude und eine komplette Infrastruktur.
Bei mehr als 6 Bft zieht es auf der Ostseite gewaltig.

Im Dorf gibt es ein empfehlenswertes Restaurant „Residenz am Peeneplatz“. Recht gemütlich und gepflegt, mit einem Hauch FDGB.

Die Rückfahrt erfolgte dann nach Zwischenstop bei „Renate“ auf ähnlichen Routen.

Die in der Literatur beschriebene Eisbude in Mönkebude ist völlig unauffällig und fällt nur durch die frustrierte Bedienung auf, nicht durch das Eis, aber eine Wanderung über 600 m ist ja auch mal wichtig.

Die vielen Verbots- und Gebotsschilder in dem eigentlich schönsten Hafen am deutschen Teil des Haffs Hafen führen zur Abwertung. Die nette Hafenmeisterin weiß das und gleicht das aus.
Der Badestrand mit einer Kneipe liegt gleich hinter der Hafenmole.

Hafen Mönkebude bei Flaute, ohne Schilderwald

Den Unterschied zwischen den deutschen und polnischen Häfen haben wir genüßlich studiert:
In einem deutschen Hafen finden sich sofort Menschen, die der bei 5-6 Bft von der Seite und mit Saildrive einlaufenden Besatzung erklären, was sie falsch macht, helfen aber erst, wenn die eigenen Boote in Gefahr geraten. Das wollten wir ja nur bestätigt wissen!

In dem polnischen gammeligen Hafen Neuwarp, in dem vor einiger Zeit noch Vorpostenschiffe beheimatet waren, kam dagegen bei Flaute gleich der Hafenmeister, machte das Boot fest und begrüßte uns ganz herzlich in gepflegtem Englisch. Nur in England wird man sonst mit SIR angeredet. Das kam von Herzen, denn es kommen selten Deutsche. Er wollte uns sofort mit einer Neptun-Crew zusammensetzen, die eine beachtliche Menge Rotwein konsumierte. Für uns wurde sogar die Warmwasseranlage hochgefahren.
.
Dieser Hafen wird einmal zu einer Marina ausgebaut werden.


Hafen Neuwarp, ehemals Heimat der Vorpostenboote


Insgesamt für uns ein großartiges Erlebnis, wenngleich wir Bornholm knapp verpasst haben.

Das Revier ist relativ anspruchsvoll, bietet aber nicht die Abwechslungen, die wir vom Ijsselmeer und den Wadden gewohnt sind.
Die Infrastruktur der wenigen Häfen ist auf der polnischen Seite noch wenig entwickelt, was jedoch durch die Freundlichkeit der Hafenmeister kompensiert wird. Insgesamt gibt es eigentlich nur 6 Häfen, doch alle planen fröhlich vor sich hin.

Von einem Befahren der Gewässer mit Booten mit mehr als 1,4 m Tiefgang muß abgeraten werden, weil mehrere Häfen nicht erreichbar sind.

Der Hafen von Ückermünde ist auf dem Zeichenbrett entstanden und entsprechend steril.


Marinapark Ückermünde

Hafenkneipe, klein, gemütlich, W-LAN

Die Stadt selbst entwickelt sich. Außer dem “Laternenwerk Ückermünde“, dem Gegenüber von Ahlmann & Schlatter, gab es früher auch schmutzige Industrie und Plattenbauten.
Strand und Promenade sind jetzt so schön wie an der Ostsee, sogar kinderfreundlich.
In Verbindung mit dem schönen Restaurant „Strandhalle“ ist erkennbar, dass der Solidaritätsbeitrag hier sinnvoll eingesetzt wurde.

Strandhalle Ückermünde

Die Hanse, Baujahr 2008, war technisch komplett und geschmackvoll ausgebaut. Knacken im Gebälk im Seegang war ihr absolut fremd. Es fand sich kein kaschierter Murks.
Die zeitweise schlechte Presse ist absolut nicht nachzuvollziehen.
Das serienmäßige Fehlen einer Klampe für die Fockrollleine ist dagegen unverständlich und müsste bestraft werden.
Ein Kurzkieler mit Saildrive ist ohne Bugschraube für den Charterbetrieb nicht zu empfehlen. Ebenso ist ein T_Kiel für Gewässer, in denen es von Fischernetzen wimmelt, bedenklich.
Übergabe und Rückgabe des Bootes wurde ohne Besteckzählung korrekt und unbürokratisch durchgeführt.
Es kam sogar ein Taucher, der den Kiel kontrollierte. Wahrscheinlich wurde er aufgrund einer Qualitätsoffensive bei seinem früheren Arbeitgeber in Giebelstadt arbeitslos.

Ratingen, Oktober 2009
ehem. NEPTUN 20 Nr. 848

Wir halsen auch für Enten!
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Re: Stettiner Haff

Beitrag von harry01 » So 14. Sep 2025, 21:02

Hallo Alexander.
So shlecht ist die Idee deiner Frau gar nicht.
Es ist ein schönes Revier.
Und Sie könnte auch ruhig mitfahren wenn Du nicht in Zeitnot bist und bei 6 Bft los musst.
Ich habe zwar eine 27 aber die Gegend schon öfter Einhand gemacht.
Ein Kartenplotter erleichtert da die Navigation gegenüber der Papiervariante erheblich bei Einhand.
Die Stellnetze in Polen sind auch nicht kritisch. Es gibt Fahrwasser und bei den Netzen auch Durchfahrten.
Mann muss halt richtig hinschauen. Ich kürze die Anfahrt auf Stettin regelmässig ab.
Aber wenn Du in der Gegend bist ist auch rund Rügen lohnenswert.
Auf einen Bericht von 2009 würde ich nicht viel geben.
Es sind Gaststätten und Häfen geschlossen wurden in den Jahren.
Hafenmeister ändern sich auch.
Landi und THM waren dieses Jahr dort unterwegs, die kennen den aktuellen Zustand bestimmt.
Gruß Harald
" Mia " : Neptun 27 FK / Dinett 8 PS AB im Schacht
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