Vom Plöner See ans Grevelingenmeer

Das Boot ist neu? Ihr seid neu? Oder beides?
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Herr Vorragend
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Vom Plöner See ans Grevelingenmeer

Beitrag von Herr Vorragend » Fr 9. Aug 2024, 21:49

Hallo zusammen, ich habe eine Neptun 22, die ich vor ein paar Jahren von meinem Vater übernommen habe.
Es ist eine Backdecker mit goldenem Mast von 75 mit der Segelnummer 2507.

Wir waren damit schon in Kroatien, Dänemark und Schweden, sind aber die meiste Zeit auf dem Plöner See in Schleswig-Holstein gesegelt.
Leider ist die Anfahrt von Köln ziemlich weit und macht immer weniger Spaß.
Daher habe ich mich dieses Jahr entschieden, das Schiff ans Grevelingenmeer zu verlegen. Ich hoffe, dass ich in Scharendijke einen Liegeplatz ab nächster Saison bekomme, dann kann das neue Abenteuer beginnen.

In den letzten Tagen habe ich hier viel gelesen und glaube, dass ich mich hier wohl fühle.

Da wir statt im Wohnwagen wohl wieder mehr auf dem Boot leben werden, wollten wir das Boot innen ein bisschen aufhübschen und wohnlich gestalten. Darüber hinaus müssen wir uns Gedanken über Antifouling in Holland machen, ich überlege die Anschaffung eines Funkgeräts und wir wollen den in die Jahre gekommenen Lack erneuern.

Da kommt sicher noch das eine oder andere hinzu.

Was mich freuen würde, wären ein paar Infos über das neue Revier aus erster Hand.
Das Grevelingenmeer scheint ja ohne Gezeiten recht gut zu segeln zu sein, die Oosterschelde reizt mich auch sehr, allerdings habe ich vor den Strömungen ordentlich Respekt.
Wie ich gelesen habe, scheinen erfahrenen Skipper das aber mit einem 2,5 PS Motor zu schaffen.
Wir haben immerhin 4 PS!
Auch da habe ich überlegt, zu investieren, aber nach all dem was ich gelesen habe, scheinen die das Boot nicht unglaublich viel schneller zu machen. Ich vermute, das liegt an der Rumpfgeschwindigkeit.

Was soll ich noch erzählen? Viel mehr fällt mir gerade nicht ein, aber ich freue mich auf interessante Diskussionen!

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Jochen
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Re: Vom Plöner See ans Grevelingenmeer

Beitrag von Jochen » Sa 10. Aug 2024, 14:29

Herzlich Willkommen,

das Grevelinger Meer ist sehr Wachstums Reich was die Unterwasserfauna anbelangt. Kleine Muscheln und Schnecken gedeihen dort vorzüglich.
2.5 PS ist definitiv zu wenig. Hatte gestern auf dem Solter Meer 6 Bft. gegen an, und mit meinem 6 PS Honda war bei dreiviert Gas bei 3 Knt über Grund Schluss mit Lustig (ich quäle meinen Motor nie Vollgas). Man muss keine 9 PS haben aber 2,5 ist nach meiner Erfahrung, und ich mache das schon ein paar Jahr(z), zu wenig.
Ansonsten kann ich sagen, kaufe gute Farbe, anständig vorarbeiten, etwas Zeit mitbringen und Freude an der Gestaltung, und dann kann man lange Freude haben an so einer 22 er.
Das segeln im Tiedengewässer sollte man erlernen, denn es ist anspruchsvoll, aber auch wunderschön wenn man es kann.
Grüße aus Bocholt von der Hoppetosse. Neptun 22 M KS Baujahr 1972 SNr.1652 6PS Honda Liegeplatz: Jachthaven Lutz Balk NL Fryeslan Verein: BOH YC Wir segeln 1.Bundesliga.
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Re: Vom Plöner See ans Grevelingenmeer

Beitrag von Bremer » Sa 10. Aug 2024, 19:17

Moin!
Wir waren vor einigen Jahren mit unserer Neptun auf dem Grevelingen, und zwar in Port Zeelande. Ein größerer Yachthafen mit sehr guter Infrastruktur, auch wegen des unmittelbar benachbarten Centerparks.
Wir hatten damals einen Yamaha 5 PS und fanden das ausreichend, sehr schönes, aber und etwas zu anspruchsvolles großes Revier.
Wenn du ein Funkgerät einbauen willst, benötigst du die Scheine, nähere Infos im Internet. Wichtig auch, dich über die weiteren notwendigen Unterlagen kundig zu machen! Damals wurde dort fleißig von der Wasserschutzpolizei kontrolliert, mit saftigen Bußgeldern.
Und bedenke, dass dort Salzwasser ist, mit mehr Bewuchs als z.B. auf dem Slotermeer, wo wir uns in den Folgejahren noch etwas wohler gefühlt haben (in Balk, sehr schön!).
Viele Grüße
Wolfgang

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Re: Vom Plöner See ans Grevelingenmeer

Beitrag von Bremer » Sa 10. Aug 2024, 19:23

Definitiv ist es dort völlig anders als auf dem beschaulichen Plöner See! Ich bin ein eher vorsichtiger Segler, oft auch allein unterwegs. Deshalb fühle ich mit der Neptun auf den Friesischen Meeren einfach sicherer. In diesem Sommer waren wir auf der Schlei, auch wunderschön aber von Köln natürlich noch weiter als Plön.
Viele Grüße
Wolfgang

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Re: Vom Plöner See ans Grevelingenmeer

Beitrag von Herr Vorragend » Sa 10. Aug 2024, 21:48

Vielen Dank für die netten Kommentare!
Das mit dem starken Bewuchs habe ich leider auch schon gelesen...
Habt ihr Erfahrungen mit in den NL zugelassenen Antifoulings?

Mit dem 4 PS Motor sind wir bisher immer ganz gut hingekommen. Im Grevelingenmeer gibt es soweit ich gelesen habe keinen Strom.

Das Funkgerät will ich natürlich anmelden. Den UBI muss ich noch machen, aber dank SRC reicht da ja die theoretische Prüfung.
Spannender wird es, das Kabel in den Mast zu ziehen...
Vermutlich geht das nur, wenn man das vorhandene als Zugdraht missbraucht und bei der Gelegenheit gleich mit austauscht.
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THM
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Re: Vom Plöner See ans Grevelingenmeer

Beitrag von THM » So 11. Aug 2024, 19:33

Herr Vorragend hat geschrieben: Sa 10. Aug 2024, 21:48 Spannender wird es, das Kabel in den Mast zu ziehen...
Vermutlich geht das nur, wenn man das vorhandene als Zugdraht missbraucht und bei der Gelegenheit gleich mit austauscht.
Bei mir lag ein Leerrohr im Mast, in dem aber schon Kabel lagen. Ich konnte einen 2mm Stahldraht durchschieben und daran das Antennenkabel (RG58) durchziehen:
1. Akt
2. Akt

Gruß
Thomas
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Re: Vom Plöner See ans Grevelingenmeer

Beitrag von Michael (Scorpi) » So 11. Aug 2024, 20:25

Wir sind gerade in Bruinesse. Waren jetzt hier 2 Wochen unterwegs. Von Veere bis Rotterdam. Das Grevelinger dient uns oft als Sprungbrett nach HollandsDiep und Haringfliet.

Auch sonst sollte es ein Super Revier für Dich sein. Bis morgen sind wir noch hier. Kannst Dich gerne melden :Daumen:
Die Oosterschelde haben wir oft mit der 22er gemacht. Du solltest nur auf Wetter und natürlich die Tide achten. Gegen den Strom verhungerst Du, da hilft auch dann der Motor schwer.
Wenn Du mit der Tide fährst und das Wetter nicht wirr spielt, brauchst Du überhaupt keinen Motor. Nur für Schleuse oder die Hafeneinfahrt natürlich. Schließlich sind wir Segelboote und wollen segeln. Hier fahren oft Pfadfinder auf alten Lastkähnen und Segeln rum. Die haben keinen Motor und Paddeln in die Schleuse :)

Schau mal auf meine Signatur da findest Du meine Handynummer und hier per PN! Ich bin hier seit über 40 Jahren unterwegs. Das wird bei Dir.
Scharendijk liegen schon ein paar 22er. Eine Miglitsch und auch eine Backdecker. Da wirst Du sicher Deinen Spaß haben. Ansonsten komm gerne nach Veere oder Kamperland. Hier ist immer ein Platz für eine 22er :sorry:
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Re: Vom Plöner See ans Grevelingenmeer

Beitrag von Herr Vorragend » So 11. Aug 2024, 21:34

Sehr gerne!
Auf das Angebot komme ich bestimmt zurück!
Im Grevelingenmeer hab ich keine Bedenken, da werde ich sicher meinen Spaß haben, bei der Oosterschelde ist meine Horrorvorstellung, dass wir beim Ebbstrom an der Hafeneinfahrt vorbeigezogen werden und in Richtung Damm getrieben werden, laut Jan Werner sind da 5kn Strom... Wenn man weiß, wie man das umgeht, ist es wahrscheinlich nicht so schwer 😄.
Leider bin ich gerade nicht da, aber vielleicht fahren wir nochmal ein Wochenende nach Vrouwenpolder, da ist Veere ja um die Ecke.

Auf der Ostsee habe ich viel durch das gemeinsame Segeln mit Ortskundigen gelernt, in Zeeland wäre es cool, wenn es ähnlich funktioniert!
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Re: Vom Plöner See ans Grevelingenmeer

Beitrag von Michael (Scorpi) » Mo 12. Aug 2024, 08:05

Ja Nelltje Jans hat mächtig Strömung. Aber Du bist von Grevelingen aus gesehen vor der Zeelandbrug. Da hast Du faktisch dann nichts mit zutun. Allerdings ist an den Brückenpfeiler auch ziemlich Strömung. Wenn Du da gegenan segelst, stehst Du auf der Stelle. 3 Knt nach vorne und die Strömung treibt Dich 3 Knt nach hinten. Ergebnis ist das Du auf der Stelle stehst :D
Am Sperrwerk gibt es aber auch die alte Betoninsel mit einer Schleuse auf die Nordsee direkt. Da kannst Du dann nicht eingezogen werden. :sorry: Auch gibt es vorher genug Sicherheitsvorkehrungen, keine Angst, das ist Safe und weit weg.

Das meinte ich, mit auf die Tide was achten. Wir haben mal bei der Brücke fest gehangen. Von Zierikzee bis Grevelingen waren das 11 Std. Der Wind war zu schwach und gegen den Strom ging es dann halt nur im Schneckentempo :lol: Meine Ehre als Segler war es dann den Border nicht zu nutzen….

Ich denke das größere Problem ist die Welle bzw. der Abstand zwischen 2 Wellen. Da passt eine 22er gerne genau zwischen rein. Das heißt das es mal ungemütlich werden kann, wenn man wieder „gegen“ die Welle knallt. Das bremst dann den Speed jeweils mächtig

Ach ja bei der Zierikzeebrug gibt es auf der Seite der Stadt eine Untiefe. Mitten in der Oosterschelde. Überall 15 Meter oder so. Aber ziemlich genau In der Mitte nicht. Da bin ich mit dem Kielschwert der N22 aufgelaufen. Bei Flut ging es dann erst weiter. Mitten drin :sorry:
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Re: Vom Plöner See ans Grevelingenmeer

Beitrag von Herr Vorragend » Mo 12. Aug 2024, 20:56

Ja, bin wirklich gespannt auf die Oosterschelde, werde mich da mal rantasten. Danke für den Tipp mit dem Flach!
Benutzt ihr eigentlich Plotter in dem Revier? Hab ich bisher noch nicht gemacht, aber fur den Plöner See gibt's keine Karten und ich kannte mich am Ende doch ziemlich gut aus.

Beim Chartern auf der Ostsee fand ich das eigentlich ganz nett, aber ist halt alles ne Investition und muss auf Stand gehalten werden...
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Re: Vom Plöner See ans Grevelingenmeer

Beitrag von Michael (Scorpi) » Do 15. Aug 2024, 00:24

Da gibt es diverse Apps für. Die reichen für Oosterschelde völlig, Ich nutze das ISailor auf dem Pad. Gibt es aber auch andere..
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