Rund Mön, Falster und Lolland

Ihr wart auf großer Fahrt? Ein guter Bericht wird gerne gelesen.
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THM
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Rund Mön, Falster und Lolland

Beitrag von THM » Mi 3. Jul 2024, 18:42

Hallo,

dieses Jahr hat es unsere Flottille nach Dänemark getrieben. Los ging es am 30.06. in Barth bis nach Barhöft. Bei gutem Westwind hat die Fock gereicht, um mit 4 - 5 kn in 3,5 h am Ziel zu sein.

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Drei Boxen nebeneinander waren noch frei :Daumen: .

Am 01.07. (Mo) ging es dann zeitig um 7 Uhr los, da das Ziel Klintholm 40 NM entfernt lag. Es sind nur 2 - 3 Bft aus WNW angekündigt. Leider ist der Wind zum Segeln zu schwach und die notwendige Höhe können wir auch nicht laufen. Um halbwegs pünktlich anzukommen wird es eine Motoretappe.

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Die Jan (von landi) im Hintergrund und die Mia (von harry01) davor.

Leider habe ich ca. 6 NM vor dem Ziel Motorprobleme bekommen. Da Segeln keine Option war, hat Harald mich mit der Mia in den Hafen geschleppt. Dort lagen wir dann längsseits im Päckchen. Von den Symptomen bekommt der Diesel zu wenig oder keinen Kraftstoff (Dieselpest???). Vom Nachbarlieger bekomme ich einen Ölfilterschlüssel geliehen und konnte den Vor- und Kraftstofffilter abbauen und prüfen. Beide sind in Ordnung und der manuell vom Tank abgepumpte Kraftstoff sah sauber aus. Alles alles wieder zusammengebaut und den Motor angelassen. Der lief als wenn nichts gewesen wäre. Der Plan sah dann so aus, einen Hafen mit Werft anzulaufen, um neue Filter und ggf. einen eigenen Ölfilterschlüssel zu erstehen.

Deshalb ging es gestern nach Vordingborg mit gemischten Gefühlen. Von den 23 NM hätten wir nach Vorhersage vielleicht 8 NM segeln können, aber der Windwinkel war bei der Welle zu klein zum Segeln und Kreuzen war keine Option. Also war es wieder eine Motoretappe. Mein Diesel lief ohne Probleme durch. Trotzdem habe ich ein blödes Gefühl, weil ich die Ursache nicht kenne.

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Blick auf die Farö-Brücke, unter der wir durchgefahren sind.

Heute habe ich den Tank freigelegt und den Geber für die Tankanzeige ausgebaut, um zu sehen wie es im Inneren des Tanks aussieht. Alles sauber, von Dieselpest keine Spur. Deshalb wurde voll getankt. Leider ist vor Ort kein Ölfilterschlüssel zu bekommen und es muss ohne weiter gehen. Da das Wetter die nächsten Tage immer ungemütlicher und der Wind weiter zunimmt, werden wir voraussichtlich bis Samstag hier bleiben.

Gruß
Thomas
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Scorpionhits
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Re: Rund Mön, Falster und Lolland

Beitrag von Scorpionhits » Do 4. Jul 2024, 07:43

Schön wenn man mit Freunden die Zeit verbringt :Daumen: Euch super viel Spaß
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Re: Rund Mön, Falster und Lolland

Beitrag von jan himp » Do 4. Jul 2024, 09:44

Moin Thomas,

vielleicht war die Dieselpest in der Rücklaufleitung.
Das läßt sich wie ein Zopf rausziehen. Passiert bei Biodiesel.

In Nederland tanken wir nur GTL. Kein Qualm, kein Russ, Ölwechsel alle 5 Jahre. :Daumen:
Ist in DL noch nicht zugelassen. :lol: Fährt DGzRS und Polizei.
An Autotankstellen evtl. Super-Duper-Diesel tanken, ist auch weniger gepanscht.

Gute Reise,

Rolf
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Re: Rund Mön, Falster und Lolland

Beitrag von Scorpionhits » Do 4. Jul 2024, 13:48

HVO100 ist das nicht das gleiche Zeugs? Das soll jetzt an die Tankstellen kommen. :Daumen:

https://www.roth-energie.de/geschaeftsk ... gJWdvD_BwE
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Re: Rund Mön, Falster und Lolland

Beitrag von harry01 » Fr 5. Jul 2024, 17:19

Wir haben uns heute gegen Mittag schweren Herzens von der Gemeischaft getrennt. Wären gern weiter mitgesegelt.
Aber wir müssen spätestens am 10 ten in Greifswald sein und das Wetterfenster ist morgen günstig für einen größeren Schlag.
Den Freunden noch einen schönen Törn für den rest der Strecke.
Gruß Jürgen und Harald von der MIA
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Re: Rund Mön, Falster und Lolland

Beitrag von jan himp » Sa 6. Jul 2024, 13:38

Hallo Michael,

GTL ist Gas to Liqid. Wird in Asien und Malaysia hergestellt und ist absolut russfrei.
Wir fahren es seit 3 Jahren. Damals kannte es der Rijkswaterstaat nicht mal.
Die dafür erforderliche Energie wird manchmal durch Sonne erzeugt.
Für uns wichtig ist, daß das erzeugte CO2 ideologisch nicht in DL erzeugt wird,
auch wenn der Wirkungsgrad bei der Herstellung geringer ist.

HVO wird aus Frittenöl und sonstigem Abfall hergestellt. Die Eigenschaften sind wohl ähnlich GTL
DE LIEFDE in Workum hat beides.

Gruss auch an die Boddenfahrer. :Bier: Greifswald, die schöne Stadt wurde durch Beitz/Krupp gerettet.

Viele Grüße,

Rolf
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Re: Rund Mön, Falster und Lolland

Beitrag von Scorpionhits » Sa 6. Jul 2024, 20:49

Wieder was gelernt!

Vielen Dank ich wusste auf Dich ist Verlass. Dann kann man ja jetzt dieses HVO100 tanken ohne Bedenken und hat es etwas besser.

Richtig?
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Re: Rund Mön, Falster und Lolland

Beitrag von jan himp » So 7. Jul 2024, 08:24

Moin Michael,

HVO kannst Du immer Tanken. Über die Russeigenschaften weiss ich aber nichts.
Wenn das Bio-Diesel sein soll, neigt es natürlich zur Dieselpest.
Ich weiss auch nicht wo das ganze Frittenöl herkommen soll.

Schönen Sonntag noch,

Rolf
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Re: Rund Mön, Falster und Lolland

Beitrag von THM » Mi 10. Jul 2024, 14:53

2024-07-06: Vordingborg → Saksköbing
Nach vier Tagen ließ der Wind etwas nach und drehte auf Süd. Lt. Vorhersage wird es auch nicht regnen. Kommende Nacht sind aber Böen bis 31 kn angekündigt. Deshalb habe ich davon abgesehen, das ursprüngliche Ziel (Marina auf der Westseite von Femö) anzusteuern, statt dessen lieber Saksköbing, was in einem Fjord ziemlich geschützt liegt. Um kurz nach 9 Uhr hieß es Leinen los. Kurz nach dem Hafen und Umrundung einer Flachstelle konnten wir die Fock setzen und mit halbem Wind (leicht vorlich) unter der Stromströmsbrücke hindurchsegeln.
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Gleich daneben segelten wir an den Pfeilern der im Bau befindlichen neuen Storströmbrücke vorbei, bei reichlich Schlepperverkehr aufgrund der Bauarbeiten.
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Bis zum Kogrund konnte ich segeln, dann war ein Kurswechsel WSW notwendig um durch die Flachs durchzukommen, deshalb ging es per Maschine weiter. Beim Ledas-Grund fiel meine Maschine wieder aus und ließ sich nicht mehr starten. Daraufhin habe ich eine Schleppleine an die Jan übergeben und Tanja und Jürgen haben mich durch die Flachs geschleppt. Danach konnte ich wieder ein Stück segeln bis zum Vigsö Flak. Danach musste ich wieder an den Haken. Zwischendurch fiel auf der Jan auch der Motor aus. Wir lösten die Schleppverbindung und ich habe mit Kreuzen etwas Höhe gewonnen. Zwischenzeitlich hatte Jürgen den Motor auf der Jan wieder flott und es ging im Schleppverbund per Zickzack-Kurs durch einige betonnte Flachstellen bis ins Hauptfahrwasser nach Saksköbing. Wir ließen die Leinenverbindung und sobald der Kurs es zuließ, habe ich mit meiner Fock unterstützt. Gegenan liefen wir 1,6 kn und mit Fock dann 3,7 kn. Im Fjord wurde es dann sehr ruhig und fast windstill. Der alte Handelshafen hat neben Yachtliegeplätzen am Dalben auch noch eine recht lange Kaimauer an der ich hoffte, festmachen zu können. Im Hafen haben sich die Annahmen auch bestätigt. Aber genau zu dem Zeitpunkt gegen 19:30 Uhr kam eine dunkle Regenwolke mit reichlich Böen. Die Jan hatte Probleme, mich zu halten. Mit Hilfe einiger Urlauber aus den benachbarten Hausbooten konnten wir aber trotz der Böen festmachen. Kurz danach fing es an, wie aus Kübeln zu schütten, aber wir waren fest und konnten das im Boot abwarten. Einen Hafenmeister gibt es nicht, der Liegeplatz muss über eine App gebucht werden, was wir zunächst vertagen (dort wo wir liegen gibt es keine Liegeplatznummern), da evtl. morgen doch jemand im Hafenbüro ist. Wir holen uns noch eine Pizza und essen bei mir an Bord. Tanja macht sich Gedanken, da wir den Code für die Toiletten nicht kennen. Für heute muss es aber ohne gehen.

2024-07-07: Saksköbing Hafentag
Ausgeschlafen und gefrühstückt geht es an die Fehleranalyse. Ich will die Verstopfung im Kraftstoffsystem finden und auch Jürgen lässt der Motorausfall auf der Jan keine Ruhe. Nach Demontage des Wasserabscheiders mit Vorfilter finde ich die Dieselpest im Vorfilter.
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Den hatte ich zuvor in Klintholm nicht demontiert, da der ja wieder Diesel durch lies. Jürgen findet auf der Jan im Wasserabscheider trüben Kraftstoff, der auch auf beginnende Dieselpest hinweist. In ca. einem Kilometer Entfernung gibt es eine LKW-Werkstatt. Dort hoffen wir morgen die benötigten Kraftstofffilter zu bekommen, da heute Sonntag ist.

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Wasserturm in Saksköbing

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und viel Natur zum Ausspannen.

2024-07-08: Saksköbing Hafentag
In der Scania-Werkstatt finden wir einen wirklich hilfsbereiten Mitarbeiter. Er kann meinen Vorfilter kurzfristig besorgen, da er bei einem Lieferanten vorrätig ist. Nach gut 1,5 h kann ich die Vorfilter (ich hatte 2 bestellt) abholen. Den eigentlichen Dieselfilter und auch den Nanni-Filter der Jan kann er nicht direkt besorgen, da Scania dafür keine Lieferanten hat. Er bestellt aber bei einer Fremdfirma im Internet die Filter auf die Adresse der Scania-Vertretung. Die Bezahlung erfolgt dann teils in bar und teils über meine Kreditkarte. Morgen können wir die Filter abholen.
Zurück zum Boot baue ich den Vorfilter schon mal ein und will den Wasserabscheider mit der Dieselpumpe (Ballpumpe vor dem Vorfilter) wieder füllen. Das geht immer noch nicht und die Pumpte bleibt komprimiert. Das ist ungewöhnlich, weshalb ich die Pumpe ausbaue und überprüfe. Die Pumpe scheint verstopft zu sein. Ich versuche, die Pumpe mit Wasser zu spülen, was zunächst nicht klappt aber plötzlich kommt die Verschmutzung heraus und die Pumpe lässt sich wieder komprimieren. Nach einigen Spülvorgängen mit Wasser funktioniert die Pumpe wieder. Trotzdem gehe ich mit der Pumpe noch einmal zur Scania-Werkstatt und frage nach Ersatz. Der Mitarbeiter kann die Pumpe nicht besorgen, fährt mich aber zu einem 2 km entfernten Landmaschinen-Handel, der aber auch nicht helfen kann. Dann bekomme ich noch den Tipp, dass es in Nyköbing den Biltema-Baumarkt gäbe, der einfach alles hätte. Also setze ich ich in Saksköbing in den Zug und fahre nach Nyköbing um vom Bahnhof ca. 2,5 km zu Biltema zu laufen. Dort bekomme ich tatsächlich eine Kraftstoffpumpe mit 8 mm Anschlüssen. Fahrtkosten 2 x 40 DKK, die Pumpe hat 49,99 DKK gekostet.
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Jetzt haben wir Ersatzfilter und eine Ersatzpumpe. Ich baue die alte, gereinigte Pumpe wieder ein und entlüfte das Kraftstoffsystem. Der Motor springt einwandfrei an und ich gönne mir ein Bier auf den Erfolg.
Am Abend kocht Tanja noch Spaghetti und wir lassen den Abend mit Bier und Williams-Birne ausklingen.

2024-07-09: Saksköbing → Femö
Der Anruf, dass die bestellten Filter da sind, kam erfreulicherweise schon um 8 Uhr. Deshalb konnten wir schon um 11 Uhr Richtung Femö aufbrechen. Zunächst wollte ich im Fjord segeln, da der O-Wind aus einer günstigen Richtung kam. Mehr als 1,5 – 2 kn Geschwindigkeit war aber nicht drin und je nach Abdeckung durch Wald auch noch weniger. Deshalb kam der Motor bis zum offenen Wasser zum Einsatz. Ab dort konnte ich mit 4 – 5 kn gut segeln. Der Wind nahm aber stetig zu und wurde gegen Nachmittag zunehmend böig. Nach dem dritten Sonnenschuss und vor einigen Engstellen kam das Groß dann runter. Auch nur mit der Fock waren gute 4 kn möglich. Südlich von Fejö konnte ich die notwendige Höhe nicht mehr laufen und statt Fock musste der Diesel wieder ran. Der Motor hatte zunehmend Drehzahlschwankungen, offensichtlich setzt der Dreck im Tank zwischenzeitig die Filter oder Leitungen zu. Glücklicherweise kam es nicht zum Totalausfall des Motors und ich konnte aus eigener Kraft Femö anlaufen. Im Hafen war es schon recht voll, aber für unsere Bootsgröße waren sogar noch zwei Boxen nebeneinander frei. Beim Anlegen gab es Hilfe von Land, die ich bei den Windverhältnissen auch gerne angenommen habe.
Später habe ich dann die gestern gereinigte Kraftstoffpumpe gegen die neue ausgetauscht. Hoffentlich lassen dann die Drehzahlschwankungen nach. Die ausgebaute Pumpe war jedenfalls durchgängig und nicht verstopft. Es bleibt ein ungutes Gefühl, aber eine Tankreinigung wird auf der Insel kaum möglich sein – außerdem ist mein Tank auch noch zu voll.

2024-07-10: Femö → Kragenäs
Heute war das Ablegen für 8 Uhr geplant, da der Wind bis gegen Mittag von SO über S auf SW drehen sollte. Für die 7 NM sollte der SO bis Mittag reichen, dachten wir. Beim Aufstehen um 6 Uhr kam der Wind schon aus S und bis 8 Uhr dann aus SW. Also mit Motor genau gegenan, es waren aber nur 9 – 11 kn Wind. Leider zeigte mein Motor die gleichen Symptome wie gestern, ab und an geht die Drehzahl in den Keller und erholt sich dann wieder. Sicherheit vermittelt das nicht. Im Kragenäs gibt es auch keinen Motorservice, der müsste aus Nakskov kommen. Da liegt unser nächster Hafen (Langö) näher. Ich werde noch einmal die Filter überprüfen und dann wage ich die 22,6 NM Etappe nach Langö.
Ansonsten haben wir nach der Ankunft die Lollander Alpen bestiegen und die Dodekalitten besichtigt. Heute können wir wahrscheinlich mal essen gehen statt selbst zu kochen. Hunde sind in dänischen Restaurants verboten und wenn das Wetter mitspielt, können wir beim Imbiss im Dorf draußen sitzen.
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Re: Rund Mön, Falster und Lolland

Beitrag von Scorpionhits » Mi 10. Jul 2024, 15:15

Super vielen Dank für den Bericht. Das ist doch so ein Pumpball wie für Außenbordmotoren? Habt ihr den in der Dieselleitung?
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Re: Rund Mön, Falster und Lolland

Beitrag von THM » Mi 10. Jul 2024, 21:21

Scorpionhits hat geschrieben: Mi 10. Jul 2024, 15:15 Das ist doch so ein Pumpball wie für Außenbordmotoren? Habt ihr den in der Dieselleitung?
Exakt, der ist in meiner 25er beim Volvo Penta MD2010 zwischen Vorfilter und Tank verbaut. Die 22er von Jürgen und Tanja (landi) hat so etwas nicht.

Zwischenzeitlich habe ich die Filter nochmals demontiert und inspiziert, beide sind absolut sauber und von Dieselpest keine Spur. Mit dem Pumpball konnte ich dann das System auch problemlos entlüften. Die Rückflussleitung habe ich auch geprüft, da konnte ich ohne Widerstand durchblasen bis in den Tank und bei abgezogener Rückflussleitung pumpe ich am Motor hinter den Einspritzdüsen den Diesel raus. Eigentlich sollte es kein Problem geben.
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Re: Rund Mön, Falster und Lolland

Beitrag von THM » Fr 12. Jul 2024, 21:35

2024-07-11: Kragenäs → Langö
Um 9 Uhr ging es los nach Langö. Zunächst Richtung Westen und dann um Lolland herum Richtung Süd und zum Schluss in die Nakskov-Bucht mit OSO. Leider drehte der Wind im laufe des Tages ebenso von W auf S, so dass wir während der ganzen Etappe den Wind immer von vorn hatten und die ganze Zeit der Motor lief. Die ersten zwei Stunden schnurrte mein Diesel ohne Probleme, dann traten wieder Drehzahleinbrüche auf. Durch Pumpen an der Ballpumpe konnte das jeweils schnell behoben werden. Die Ballpumpe ging leicht und es war kein großer Widerstand zu spüren. Also müssen beide Filter und der Rücklauf frei sein. Dann bleibt als mögliche Ursache nur die Einspritzanlage selbst oder Fremdluft durch lockere Schläuche. Deshalb habe ich heute in Langö noch einmal sämtlich Schlauchschellen der Kraftstoffleitung nachgezogen.

In Langö ist es beschaulich, aber des Wetter ist schön und im Hafen gibt es ein kleines Restaurant bei dem wir mit dem Hund draußen sitzen konnten. Die Sanitäranlagen mit Einzelwaschräumen mit Duschen sind 1a, so dass noch eine vertiefte Grundreinigung stattfand.
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Abendstimmung in Langö

Morgen geht es bei wenig Wind wieder nach Deutschland. Bis Orth auf Fehmarn sind es ca. 32 NM, zumindest am Vormittag wird der Motor ran müssen, da der Ostwind zu schwach ist und dann am Nachmittag und Abend ordentlich zunehmen wird. Wir wollen möglichst bis 17 Uhr wieder im Hafen sein, deshalb geht es morgen um 7 Uhr los.

2024-07-12: Langö → Orth
Das früh Aufstehen fällt zunehmend schwerer, trotzdem ging es pünktlich um 7 Uhr bei fast Windstille in Langö los. Mit Motor und gut 4 kn bei Marschfahrt ging es zunächst flott voran. Entweder hat Wind oder Strom mitgeholfen. Nachdem die Albuen auf Lolland umrundet waren, stand ein 22 NM Wegpunkt bis Flügger Sand bei Fehmarn an. Der Motor schnurrte als ob nie etwas gewesen wäre. Im Hauptfahrwasser der Ostsee war wenig los, wir mussten niemandem ausweichen.
Bild
Der Tanker passiert hinter uns :Cool: .

Kurz vor Fehmarn kam der angesagte Ostwind auf, wir hatten aber keine Lust mehr das letzte Stück zu segeln. Also ging es per Maschine weiter. Nach dem Kurswechsel Richtung Fehmarnsundbrücke und nach über 6 h Dauerbetrieb fing mein Motor wieder mit Drehzahleinbrüchen an. Jetzt bleibt eigentlich nur noch die Kraftstoffpumpe oder die Einspritzpumpe als Fehlerursache übrig. Beide werde ich im Heimathafen überprüfen. Den Rest des Törns werde ich mich mit dem Problem abfinden müssen. Der Hafen in Orth ist ziemlich voll und sehr lang mit weiten Wegen an den ersten Liegeplätzen. Wir sind mit unseren Booten bis hinten durch gefahren und haben noch kleine Liegeplätze in der Nähe des Waschhauses ergattern können. Morgen geht es mit SW 4 Bft und Böen bis 6 Bft weiter nach Grömitz. Zunächst Raumwind, dann halber Wind und das letzte Stück vermutlich gegenan mit Maschine.
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