Neptun 27D Kajütdach im Bereich vom Mastfuß

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chris
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Re: Neptun 27D Kajütdach im Bereich vom Mastfuß

Beitrag von chris » So 14. Feb 2021, 15:54

Hallo Rolf,

ich kenne keine Neptun 20 mit einer Baunummer höher als 950. Es sollte welche geben, denn ich habe vor zwei Jahren
ein praktisch unbenutztes Groß mit der Nummer 1010 über ebay Kleinanzeigen gekauft.

Von daher kann ich nicht sagen, ob der Mastfuß bei mir Serie war oder damals als Option bestellbar. Zum Mastfuß selber
kann ich nichts nachteiliges sagen. Für mich funktioniert das Ding optimal und ich sehe auch keinen Grund dafür, dass
da unten noch eine Platte angeschweißt gehören würde.

Rein vom Gefühl her sind die seitlichen Kräfte nicht groß und die senkrechten Kräfte werden mit der jetzigen Konstruktion
problemlos aufgefangen. Ich sage jetzt einfach mal, 43 Jahre und etliche Törns auf Nord- und Ostsee sprechen nicht dafür,
dass der Mastfuß nicht gut ist.

LG Christian
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Re: Neptun 27D Kajütdach im Bereich vom Mastfuß

Beitrag von jan himp » Mo 15. Feb 2021, 10:34

Moin Christian,

mit dem Mastsockel hast Du dann Glück gehabt, wenn sich noch keine Harrisse vorn links oder rechts zeigen.
Er ist aber auch elastisch. Und natürlich kopfschonend.
Möglicherweise ist auch das Laminat dicker. Die Schäden treten ja meist bei dem sogar breiteren Alu-Guß-Koker auf.
Interessant ist die hohe Baunummer. Im eigenen Hafen hatten wir mal die Nummer 875.

Hast Du die Maße schon? Ich könnte Mittwoch oder Donnerstag zum Ausmessen fahren.

Gruß,
Rolf
ehem. NEPTUN 20 Nr. 848

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Re: Neptun 27D Kajütdach im Bereich vom Mastfuß

Beitrag von chris » Mo 15. Feb 2021, 11:31

Hallo Rolf,

vielen Dank, ich war selber beim Boot draußen und habe die Maße abgenommen.

Was den Mastfuß angeht, ich habe keinerlei Risse dort. Ich bin auch ganz froh, dass das Teil nicht aus
Guss ist. Du hast vollkommen Recht, die gebogenen Stahlbleche nehmen die wechselnden Kräfte und
auch seitliche Kräfte beim Mastlegen sehr gut auf.

Grüße,
Christian
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najawe
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Re: Neptun 27D Kajütdach im Bereich vom Mastfuß

Beitrag von najawe » Mo 15. Feb 2021, 21:15

Hallo Zusammen,

ich hatte ja versprochen Euch auf dem Laufenden zu halten und habe die gefühlt warmen Temperaturen am Sonntag (nur -2°C) genutzt, um ein paar Fotos zu machen und die Sache genauer zu betrachten. Es gab überraschende Ergebnisse.

Auf dem folgenden Bild habe ich das bröselige Laminat weiter entfern, bis nur noch festes Material da war.
Bild
Man sieht, dass das gebrochene Material nicht stärker als 1,5 - 2 mm ist. Der Balken liegt nicht in Waage sondern ist in Richtung Bug gekippt. Und die Maststütze geht wie vermutet nicht bis zum Deckenbalken durch. Die grüne Laminatwulst, die sich von oben über den Balken legt, sieht jetzt auch nicht gerade vertrauensbildend aus. Gut ist aber, dass alles trocken ist.

Danach habe ich mich aufs Decke begeben um das genauer zu untersuchen.
Bild
Auf den ersten Blick sieht erst mal alles gut aus. Wenn man mit der Hand über die Oberfläche fährt, merkt man Backbord hinter dem Mastfuß eine Delle. Das Deck ist aber noch fest und lässz sich acuh mit dem Fuß nicht merklich eindrücken.

Daraufhin habe ich den Backbordlüfter ausgebaut um mir mal den Zustand des Schaums zwischen Innen- und Außenschale anzusehen. Nun ja, als erstes hat mich mal Bauschaum angesehen (sorry für die Bildqualität - Endoskop)
Bild
Und dahinter ist dann abgesehen von gewellten und mit Harz getränkten Glasfasermatten und Würsten von ausgepresstem Harz alles HOHL!
Bild
Und da war auch nie Hartschaum, weil man ja sonst zmindest ein wenig Gammel finden müsste. Zumal im hinteren Bereich des Kajütdachs Schaum vorhanden ist.
Da bleiben aus meiner Sicht nur noch zwei Vermutungen übrig:
1. Es wurde bei der Herstellung was vergessen (glaube ich aber nicht)
2. Hier wurde vor langer Zeit qualitativ sehr schlecht repariert.
Ich werde jetzt wirklich mal bei Neptun anfragen müssen, wie denn der Originalzustand gewesen sein müsste. Wenn sich meine Vermutung bestätigt, wird das Deck aufgesägt und das Ganze inkl. Balken und Hartschaum von der Innenschale her neu aufgebaut.

Aber wie habe ich hier im Forum schon mal gelesen. Ein Boot findet seinen Besitzer...

Viele Grüße,
Mirko
NAJAWE
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Re: Neptun 27D Kajütdach im Bereich vom Mastfuß

Beitrag von Tenovice » Mi 17. Feb 2021, 18:48

Also,
ich kann mich mal an einen Post von Pascal Ernst erinnern, der sinngemäß sagte, in den Neptuns wurde im Deck kein Schaum verbaut - nirgends.

Das deckt sich ja mit deinen Feststellungen.
Der Bauschaum gehört dort nicht rein. Ich vermute, dass das Deck begann weich zu werden (Delamination - es knirscht) und dann wurde das mit Schaum verschlimmbessert.

Wenn ich das Problem richtig einschätze - so aus der Ferne - handelt es sich eher um ein kosmetisches Problem. Der Balken ist trocken und nicht kaputt. Laminier das Ding zu und genieß dein Boot.

Ich schau mal in meine Glaskugel:

Vermutlich hat das Deck geknirscht, also wurde der Worst-Case angenommen, der Mastbalken freigelegt mit dem Ergebnis, dass der einwandfrei ist.
Diese Testöffnung wurde dann von einem der Vor-Vor-Vor-Besitzer einfach mittels Platte verdeckt. Da das Deck aber immer noch geknirscht hat, wurden die Lüfter eingebaut und bei der Gelegenheit Bauschaum in den Zwischenraum gespritzt um das Deck zu stützen. Eigentlich eine durchaus legitime Methode, wenn man nicht das Laminat des Decks komplett neu aufbauen möchte.

MfG
Christof
Hauptsache gesund und die Frau hat Arbeit...
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Re: Neptun 27D Kajütdach im Bereich vom Mastfuß

Beitrag von harry01 » Do 18. Feb 2021, 10:17

Hallo Mirko.

Bauschaum gehört da Werksmässig definitiv nicht rein.
Der ist sicher beim einbau der Lüfter eingebracht worden.
Ich habe vor 10 Jahren bei meiner " Mia " die Leitungen im Deck neu verlegt.
Dabei gab es folgende Erkenntniss.
Innenschale und Deck sind mit in Schiffslängsrichtung verlaufenden angedickten Harzstreifen
so im ca. 15 cm Abstand veklebt. Aber auch nicht durchgehend sondern immer Stückweise
und dann seitlich versetzt das nächste Stück.
Es war nicht ganz leicht von der Wand beim Steckschott bis zum Mast neue Leitungen einzufädeln.
Aber es ist möglich gewesen ohne die Innenschale zu öffnen.
Ich denke das ich das Schiff noch im Originalzustand erworben habe.
Nur 2 Vorbesitzer.
Deshalb gehe ich davon aus das es Werksmässig bei der 27er zumindest in den 70zigern so gemacht wurde.
LG. Harald
" Mia " : Neptun 27 FK / Dinett
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